der staat misstraut mal wieder. den bürgern. und den eigenen mitarbeitern.

heise hat darüber berichtet, dass im neuen passgesetz geplant ist, die passfotos nur noch „unter aufsicht“ vor ort erstellen zu lassen. siehe folgender artikel:

Gesetzentwurf: Passfotos nur noch unter behördlicher Aufsicht anfertigen
Um Dokumentenfälschung vorzubeugen, sollen die Fotos für Ausweisdokumente nur noch bei Antragstellung und unter Aufsicht angefertigt werden.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Gesetzentwurf-Passfotos-nur-noch-unter-behoerdlicher-Aufsicht-anfertigen-4616624.html

leider mal wieder die typische digitale neuland-kombination in unserem land >:o
misstrauen gegenüber bürgern (und verwaltungs-mitarbeitern), und technische unzulänglichkeiten, die einen nur in staunen versetzen können:

nur weil einzelne kriminelle und möchtegern-künstler veränderte bilder auf pässen untergebracht haben, bekommen jetzt alle antragsteller den staat als aufsehen zugewiesen. „netter“ nebeneffekt: die bundesdruckerei kann ein paar zehntausend „self-service-terminals“ verkaufen, was der bürger natürlich über gebühren oder steuern bezahlen darf.

total beknackt wird es aber, wenn man das hier liesst:

»Außerdem soll mit dem Gesetz eine neue Ermittlungsbefugnis eingeführt werden, die es Polizeien im Fahndungsfall gestattet, die zu einer Ausweis-Seriennummer gespeicherten Daten direkt bei den Behörden zu erfragen. Derzeit können in Fällen, in denen von ausländischen Behörden nur die Seriennummer eines Passes oder Personalausweises mitgeteilt wurde, keine weiteren Ermittlungen angestellt werden.

Häufig notieren ausländische Stellen nur die Seriennummer eines Ausweispapiers. Damit kommen die Fahnder in Deutschland aber wegen der aktuellen Gesetzeslage nicht weiter. „Vor diesem Hintergrund schafft der Gesetzesentwurf eine Ermittlungsbefugnis mit dem Inhalt, beim Pass- oder Ausweishersteller die dort zu einer Seriennummer gespeicherten Daten, insbesondere die ausstellende Pass- oder Personalausweisbehörde, zu erfragen, um dort weiter zu ermitteln“, heißt es im Entwurf.«

BITTE WAS?
da wird seit jahren eine passnummer vergeben, die man anschliessend nichtmal einer ausgebenden behörde zuordnen kann? warum druckt man dann nicht einfach nen random zahlenstring da drauf?
und um dem ganzen die krone aufzusetzen, möchte man zukünftig die daten bei dem hersteller (=bundesdruckerei) sammeln und abfragen.

jeder technische dienstleister in deutschland ist nach DSGVO gesetztlich verpflichtet, persönliche daten der kunden entweder kurzfristig zu löschen oder für deren saubere und sichere aufbewahrung zu sorgen. aber ausgerechnet beim passwesen wollen wir diese gesetzeslage einfach mal umdrehen?

es ist einfach zum verzweifeln >:o

FB-Crosspost

Veröffentlicht von fifi

fifi heisst eigentlich marcus viefeld, wohnt in leipzig, ist freiberuflicher webentwickler, liberaler überzeugungstäter und (natürlich) der stolzeste papa einer kleiner tochter. nebenbei macht er noch etwas sport und versucht, alles unter einen hut zu bringen ;)

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